"Tradition trifft Weibliche Transformation" - Salongeschichte als Spiegel der Zeit.

Die ersten salonartigen Zusammenkünfte fanden um 1470 in Italien statt,

als bewusster Gegen-Entwurf zum streng reglementieren Hof-Zeremoniell, das auch Frauen "von Rang" keinerlei Selbstausdruck außerhalb des Hofes zubilligte.
Federführend und in gewisser Weise Pionierin war seinerzeit Elisabetta Gonzaga im ehelichen Sala delle Veglie in Urbino.

Eine Salonkultur entwickelte sich aus gleichem Antrieb ab 1600 in Frankreich. Das obige Gemälde zeigt den Literarischen Salon der Marie-Thérèse Geoffrin.

Salons waren im Ursprung Treffpunkte adliger und intellektueller Kreise, die von gebildeten, zumeist wohlhabenen, oft adligen Frauen gegründet wurden:
aus heutiger Sicht agierten sie sozusagen als Solo-Unternehmen.

 

Die Gründerinnen - die Gastgeberinnen wurden Salonièren genannt - schufen eine stilvolle Atmosphäre, um unterschiedlichste Menschen frank und frei miteinander ins Gespräch zu bringen. So wurde in den Salons ebenso philosophiert, wie diskutiert und debattiert. Freimütiger Gedankenaustausch der Frauen untereinander, aber auch zwischen Frauen und Männern war möglich. Schöngeistiges und die Kontaktpflege standen im Mittelpunkt der regelmäßig, zumeist wöchentlich stattfindenden Salons.
Genau diese Qualität von Begegnung macht auch heutzutage ein gelungenes Networking aus.

 

Viele der Salonièren führten darüber hinaus intensive Korrespondenzen mit Gelehrten oder gekrönten Häuptern, waren hoch geschätzte Ratgeberinnen ihrer Zeit. Einige Damen veröffentlichen ihre Briefsammlungen und publizierten Bücher zu ihren Fachthemen.
In der heutigen Zeit wären Sie sicher namhafte Autorinnen und  Bloggerinnen.

 

Im 18. Jahrhundert bildete sich die Salonkultur auch in Deutschland und Österreich aus, bis der Nationalsozialismus den Salons in den 1930er Jahren einen Riegel vorschob: nicht zuletzt, weil einige der bekanntesten Salonièren dieser Zeit (beispielsweise in Berlin und Wien) selbstbewusste Jüdinnen waren.

 

Biographische Erzählsalons: Wo liegen meine Wurzeln als Salonière?

Meine schlesische Urgroßmutter Margarete Selma und ihre Tochter, meine Großmutter Elfriede (genannt Frida), führten in ihrer Zeit "ein Haus".

 

Selma Dietrich engagierte sich als Mutter von 4 Töchtern (innerhalb von 20 Jahren), sowie durchgängig berufstätige Lehrerin und Ehefrau eines Studienrates und Schulleiters, selbst mit dem Herzensfokus auf Mädchenbildung.

"Lesen, Schreiben, Rechnen, Selberdenken"
- so nannte sie damals ihre vier Fächer der "Weiberbildung"!

 
Hauptberuflich lehrte Selma Dietrich in gehobenen Kreisen, also die Töchter der Aristokratie und des erwachenden Bürgertums. Ihre exzellenten Verbindungen nutze sie zudem, um den Unterricht für die sogenannt einfachen Mädchen zu finanzieren, die sich allein aus finanzielle Gründen keinerlei Schulbildung hätten leisten können!
Kurzum: Sie war im Herzen Feministin, betrieb Fundraising und agierte als Sozialunternehmerin.

 

Ihre jüngste Tochter Frida Dietrich (seit 1920 verehelichte Petruschke) wurde 20 Jahre nach der ältesten Tochter Edith geboren und wuchs somit mit drei sehr selbstbewussten älteren Schwestern auf. Frida vernetzte später mit feinem Gespür, gemeinsam mit ihrem Mann Edwin, Menschen aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Breslau und Reichenbach.
Der innerste Kreis ihrer Salons erreichte bis in die späten 1930er Jahren gemeinsam, dass alle jüdischen Mitglieder wohlbehalten, inklusive ihrer Privatvermögen, an sichere Orte emigrieren konnte.
 
Ich bin also die Dritte im Bunde der Saloniéren!
Und fand meinen eigenen Weg im Lauf der vergangene 20 Jahre, weil ich mich in der Salongeschichte so sehr zuhause fühle, um den Zeitgeist mit Esprit in die nächste Runde zu tragen: Seit Mai 2000 initiiere ich in verschiedenen Formaten und an wechselnden Orten meine "Biographischen Erzählsalons" - gezielt gerichtet an mutige Frauen in Wandlungsphasen.
 

Begonnen habe ich im Mai 2000.
Mit der Marke "businesswoman - Forum für Motivation, Erfolg & Lebensfreude!" schuf ich das 1. Netzwerk für Weiblichen Unternehmensgeist in München! Den Kern bildeten die monatlichen Netzwerk- und Coachingsalons, die über 8 Jahre im Tivoli Pavillon des Hotel Park Hilton am Englischen Garten zuhause waren. Daraus entwickelten sich ein Motivationstag (2001), mehrere gemeinsame Messeauftritte (2003, 2005 und 2009) sowie die "businesswoman-Kongressmesse" (2004).

Im letzten Jahrzehnt führte ich das monatliche "Salonfrühstück" (2013 bis 2018), den "Salon Bühne frei!" (2015 bis 2017) sowie das abendliche "SINN'EMA - Genussvolles für Geist & Gaumen"
(mit Partnerinnen in 2018).
Weil auch die lukullischen Genüsse immer dazugehören: in Kooperation mit ansprechenden Hotel-Locations.

Parallel habe ich verschiedene Unternehmerinnenprojekte initiiert, in denen Frauen miteinander wirksam und sichtbar wurden: "Ritterinnen der Tafelrunde" - "Quantenspringerin" - "Karawane des Wandels".

Nach meinem Sabbatical 2019/2020 nehme ich den Faden der Salonière wieder auf: Und starte mit dem "Salon Bühne frei!" in Garching neu durch! In einem Begegnungsformat, das das Beste miteinander verbindet :-)

Voraussichtliche Première am Montag, den 20. Juli 2020
im "Neuen Flamm's" in Garching

 

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JETZT.

"Es ist nie zu spät, um mit etwas aufzuhören, Abschlüsse zu finden und loszulassen. Und es ist nie zu spät dafür, frische Kreise zu ziehen. Einen Neuanfang zu wagen. Oft findet sich dabei der Anfang im Ende. Die Zeit ist immer JETZT."

 

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